Bewerbungsblues.

Gedanken

Wie lang habe ich bitte keine Bewerbungen mehr geschrieben? Meine Zeit in der aktuellen Firma hätte schon vor einigen Jahren abgelaufen sein sollen, aber da ich ein bequemer Typ bin, der doch immer an den Verhältnissen herummeckert, bin ich irgendwie nie dort weg gekommen.

Meine Kollegen klatschen sich mit der Hand gegen die Stirn wenn sie wieder mal bemerken wie viel Potential ich in den Jahren immer wieder gegen die Wand gefahren habe. Und sie haben Recht. Mein Sport- und Arbeitskollege, mit dem ich inzwischen dicke bin, hat mich am Samstag auf den Pott gesetzt und mir mehr oder weniger passiv aggressiv die Meinung zu meinem prokrastinierenden Verhalten gegeigt. Und er hat Recht. Er hat sich dann entschuldigt, weil er dachte, dass ich deswegen irgendwie den Kopf in den Sand gesteckt hatte, aber jemand wie ich braucht manchmal jemanden, der ihm den Spiegel vorhält. Ich bin nicht mehr sechszehn und kann alles einfach mit „Anarchie blablabla“ begründen. Vieles, ja, aber eben nicht kantig alles abschmettern.

Und dann kam ich in den letzten Tagen so ins Gespräch mit Leuten aus der Branche in der ich gelernt habe und alle sagten mir, dass der Arbeitsmarkt momentan irgendwie am boomen ist und man hier und da mal wirklich ITler braucht. Ich sah an den Boden meines Glases und dachte an meinen durch etwas zu viel Punk Rock verkommenen Lebenslauf. „Mit dem Teil soll ich dir mal meine Unterlagen zukommen lassen?“, fragte ich. „Klar!“, war die Antwort. Also los.

Am Wochenende hab ich mich zwischen Grillparty, Dating und Sport hingesetzt, Kopfschmerzen überwunden und angefangen wie wild zu suchen und zu tippen. Unzufrieden bin ich mit meiner Energie nicht. Mit den Unterlagen irgendwie schon. Die Vergangenheit kann ich nicht ändern, aber den Weg der Zukunft kann ich gestalten.


Dion

Dion

Läuft schon seit einigen Jahren mit Blog im Internet herum. Tippt hier so was die Gedanken gerade hergeben. Inzwischen ruhiger Zeitgenosse mit Hang zum Hardcore Punk.


Kommentare

  1. Darauf wollte ich schon weit Ewigkeiten mal antworten, kam bloß nie dazu. Ich wünsche dir bei der nun folgenden Odyssee viel Erfolg, Ich selber habe gut 2 Jahre lang intensiv nach einem neuen Job gesucht und musste mir diverse teils echt beleidigende Aussagen anhören (etwa „Glaubst du wirklich, in deinem Alter nochmal einen so gut bezahlten Job zu finden“ von einer Headhunterin oder auch „Also, für Trainees haben wir keine Zeit“ von einem hippen Kölner Web-Startup). Nach 2 Jahren hatte ich dann keinen Bock mehr, ständig Urlaub zu nehmen um Bewerbungsgespräche zu führen, an deren Ende JEDESMAL ein „Angebot“ mit weniger Gehalt herauskam und habe mich dann ziemlich gefrustet von der Jobsuche verabschiedet.

    Was ich eigentlich sagen will: lass dich nicht unterkriegen, der Arbeitsmarkt ist extrem beschissen geworden.

    1. Und hast du etwas Neues gefunden? Es ist auf jeden Fall ziemlich frustrierend, alles was ich brauche ist eine Chance. Die gibt’s halt nur wenn man guckt und auch was macht. Hoffentlich wird das bald 🙂

        1. Ja, shit! Eigentlich würde ich hier so was voll motivierendes Phrasenmäßiges schreiben, aber nach zwei Jahren nur Bewerben hätte ich auch erst mal keinen Bock mehr drauf.

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